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	<title>Charlotte Grimm Institut</title>
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		<title>Willkommen</title>
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		<pubDate>Tue, 31 May 2011 14:54:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wilfried Mommsen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Was kaum jemand wusste: die Gebrüder Grimm hatten eine Schwester: Charlotte „Lotte“ Grimm. Die in der Märchenforschung bis dato unbekannte Frau stand Zeit ihres Lebens im Schatten ihrer berühmteren Brüder Jacob und Wilhelm (Gebrüder Grimm). So beklagt sich Charlotte in ihren Aufzeichnungen darüber, dass ihre Brüder die von ihr mühsam gesammelten Märchen “in erschrecklicher Weyse [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="sticky_post"><p class="drop-cap first-bold">Was kaum jemand wusste: die Gebrüder Grimm hatten eine Schwester: Charlotte „Lotte“ Grimm. Die in der Märchenforschung bis dato unbekannte Frau stand Zeit ihres Lebens im Schatten ihrer berühmteren Brüder Jacob und Wilhelm (Gebrüder Grimm).</p>
<p>So beklagt sich Charlotte in ihren Aufzeichnungen darüber, dass ihre Brüder die von ihr mühsam gesammelten Märchen “in erschrecklicher Weyse verstümmelt oder gänßlich verbannet haben“.</p>
<p>Dem Charlotte-Grimm-Institut, Weimar ist es, nicht zuletzt durch die großzügige Unterstützung der Charlotte-Grimm-Sozietät in Haldersleben, gelungen, in den Besitz aufsehenerrregender Originaldokumente zu gelangen. Besonders stolz sind wir auf das aus dem Nachlass der Charlotte Grimm stammende und in vielerlei Hinsicht aufschlussreiche Tagebuch sowie viele weitere kulturhistorisch wertvolle Aufzeichnungen aus den Jahren 1809 bis 1832.</p>
<p><span id="more-45"></span>Die Märchen- und Sprachforscherin hatte sich neben Märchen und Sagen zeitlebens mit den „Sprichwoerthern und Spruchreden der Deutschen“ beschäftigt und deren Bedeutung und Herkunft erforscht. Die Ergebnisse der fleißigen und zugleich bescheidenen Schwester flossen oft wörtlich und ohne Herkunftsangabe in das Werk der berühmten Brüder ein. Und was Charlotte Grimm zeitlebens störte: viele ihrer Texte wurden von Hilfsschreibern grob sinnentstellend verfälscht und umgeschrieben. Und vieles fand aus unerklärlichen Gründen überhaupt keine Aufnahme in die berühmten Werke der Brüder, die für ihre geschickte Selbstvermarktung bekannt waren.</p>
<p>Die ehrgeizigen Brüder Jacob und Wilhelm wollten weder den Ruhm noch das Geld mit ihrer genialen Schwester teilen, und so starb Charlotte Grimm völlig verarmt an den Folgen einer unbehandelten Krankheit im Alter von gerade mal 40 Jahren.</p>
<p>Das Charlotte-Grimm-Institut hat es sich zur Aufgabe gemacht, über die tatsächliche Entstehung der Grimmschen Märchen und des Grimmschen Wörterbuchs aufzuklären und der jüngeren Schwester wenigstens posthum zu ihrem Recht zu verhelfen.</p>
</div>
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		<title>Holla die Waldfee</title>
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		<pubDate>Tue, 31 May 2011 12:06:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wilfried Mommsen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Märchen]]></category>
		<category><![CDATA[Prinz]]></category>
		<category><![CDATA[Schwestern]]></category>
		<category><![CDATA[Wald]]></category>

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		<description><![CDATA[Vor gar nicht all zu langer Zeit lebten an einem fernen Ort drei wunderschöne Schwestern namens Hillu, Hella und Holla in einer einsamen Hütte im tiefen, finsteren Wald. Den Unbilden des Wetters ausgesetzt und nur mit einem kleinen Gärtchen ausgestattet, fristeten sie ein gar kärgliches Dasein. So schön anzuschauen die Schwestern auch waren, verband sie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="drop-cap first-bold">Vor gar nicht all zu langer Zeit lebten an einem fernen Ort drei wunderschöne Schwestern namens <em>Hillu, Hella</em> und <em>Holla </em>in einer einsamen Hütte im tiefen, finsteren Wald. Den Unbilden des Wetters ausgesetzt und nur mit einem kleinen Gärtchen ausgestattet, fristeten sie ein gar kärgliches Dasein.</p>
<p>So schön anzuschauen die Schwestern auch waren, verband sie doch ein grausiges Schicksal: als Kinder waren die drei Mädchen von ihrem Vater, dem mächtigen König des Landes, verstoßen und im Wald ausgesetzt worden.</p>
<p>Doch trotz aller täglichen Mühsal waren die Königstöchter stets frohen Mutes und erfreuten sich an ihrem bescheidenen Leben. Und wenn es Sommer war, begaben sich die drei Waldfeen, wie sie sich spielerisch nannten, nach ihrem Tagewerk auf die angrenzende Waldlichtung, um ein Bad im Weiher zu nehmen. Nach der nassen Erfrischung tollten sie meist noch einige Zeit unbeschwert und nur mit ihrem entzückenden Kichern bekleidet über die Wiese, sangen gar liebliche Lieder und pflückten Blumen.<br />
<span id="more-12"></span><img title="Weiterlesen..." src="http://charlotte-grimm.de/wp-includes/js/tinymce/plugins/wordpress/img/trans.gif" alt="" /><br />
Nun begab es sich eines Tages, dass sich der Prinz des Nachbarkönigreichs auf einem Ausritt befand und dabei vom Wege abgekommen war. Nach einiger Zeit des Herumirrens erreichte er die versteckte Waldlichtung und entdeckte im schummrigen Licht der heran nahenden Dämmerung die drei Königstöchter bei ihrem munteren Spiel. Leise stieg er vom Pferd ab und schlich sich im Schutz der Büsche näher. Einer spontanen Eingebung folgend bemächtigte er sich ihrer herumliegenden Kleider und nahm erneut sein Versteck im Dickicht ein.</p>
<p>Wie magnetisch angezogen ruhte sein Blick auf den drei Schönheiten. Doch die Minuten in denen er sich an den entblößten Körpern der drei lieblichen Grazien ergötzen konnte, vergingen nur allzu schnell, denn für die Königstöchter war nun die Zeit des Aufbruchs gekommen.</p>
<p>Zunehmend verzweifelter suchten die Mädchen nach ihren Kleidern und fingen alsbald an, gar bitterlich zu weinen.  So gab er sich zu erkennen und rief mit forscher Stimme &#8220;<em>Ihr könnt Eure Kleider zurück bekommen. Doch jede von Euch muss mir ihren Namen sagen und mir einen Kuss auf den Mund geben.</em>&#8221;</p>
<p>Das Schluchzen der Schwestern, die sich vor Scham einen Klafter tief in den Erdboden wünschten, verstummte. Nach einigen Momenten der Stille trat die Erste hinaus, nackt wie Gott sie dereinst geschaffen hatte&#8230;</p>
<p>Gemächlichen Schrittes trat sie auf den Prinz zu. &#8220;<em>Hillu, die Waldfee</em>&#8220;, hauchte sie ihm ihren Namen entgegen und gab ihm den geforderten Kuss. Ihre Lippen fühlten sich an wie die vom Tau benetzten Rosenblätter an einem lieblichen Sommermorgen.</p>
<p>Danach trat die nächste Schwester hervor. Ihr marmorfarbener Teint blendete sein Antlitz. Sie sah ihm in die Augen: &#8220;<em>Hella, die Waldfee</em>&#8220;. Ihr Kuss schmeckte wie edelster Perlwein, der seine Sinne benebelte wie es noch kein Wein zuvor getan hatte.</p>
<p>Da hörte er hinter sich ein Knacken im Geäst. Aus einem Augenwinkel sah er noch den heran nahenden Knüppel, der sich über seinem Haupte erhob. Doch da war es schon zu spät, und jählings ging er zu Boden. &#8220;<em>Holla, die Waldfee</em>&#8220;, hörte er eine weibliche Stimme sagen. Verschwommen erkannte er einen unbekleideten Frauenkörper, der sich über ihn beugte und fühlte den letzten Kuss.</p>
<p>Während er sein Leben aushauchte und von dieser Welt schied, wiederholte er in ungläubigem Erstaunen: &#8220;Holla, die Waldfee!&#8221;</p>
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